Marktplatz-Vergleich: So triffst du die richtige Wahl!

Marktplatz-Vergleich: So triffst du die richtige Wahl!

Veröffentlicht am · von
Lisa Kammermayer

Onlineshopping ist schon längst Normalität. Schon 2021 wurde erstmals die 100-Milliarden-Euro-Marke geknackt. Die Hälfte davon ging auf Online-Marktplätze wie Amazon und Etsy zurück. Dass es sich lohnt über die eigene Website hinaus zu denken, zeigt ein Bericht von Shopify. So sollen Unternehmen, die zusätzlich auf Marktplätzen, sozialen Netzwerken und mobil verkaufen, 190 % mehr Umsatz erzielen und über eine deutlich bessere Markenwahrnehmung verfügen.

Damit du besser entscheiden kannst, welcher Marktplatz der richtige für dich ist: Lass uns einen genaueren Blick darauf werfen!

Was sind eigentlich Online-Marktplätze?

Das Thema Online-Marktplatz ist komplexer als man glauben mag. Es gibt unterschiedliche Arten von Verkaufsplattformen im Internet, auf die wir gleich näher eingehen werden. Hier hast du die Chance, große Massen an potenziellen Kunden zu gewinnen. Zuerst ein paar Eckpunkte:

Online-Marktplätze in Deutschland

  • Alleine in der DACH Region hat sich die Anzahl an Online-Marktplätzen zwischen 2015 und 2020 (+ 114 %) mehr als verdoppelt.

  • 50 % der E-Commerce Käufe werden in Deutschland über Online-Marktplätze abgewickelt.

  • 35 % der wichtigsten 500 Online-Shops in Deutschland bieten ihre Produkte auch auf Amazon an.

  • 40 % der top 50 Online-Shops verkaufen unter anderem auf eBay.

  • Deutsche Kunden schätzen längere und ausführlichere Produktbeschreibungen als andere Kunden. Deshalb sollten sich Beschreibungen von Artikeln etwa auf Amazon.de gegenüber Amazon.co.uk nicht nur sprachlich, sondern auch inhaltlich unterscheiden.

Arten von Online-Marktplätzen

Wir unterscheiden Online-Marktplätze anhand von drei Kriterien:

  1. Offene vs. geschlossene Marktplätze
    Bei offenen Marktplätzen können sich Händler selbst anmelden. Auf geschlossenen Marktplätzen entscheidet der Betreiber, welche Händler ihre Waren anbieten dürfen.

  2. Angebotsart
    Sofortkauf, Auktion oder Inserat - diese drei Angebotsarten haben unter anderem Einfluss auf die Art der Transaktion: Findet diese auf dem Marktplatz direkt oder erst bei Übergabe der Ware statt?

  3. Betriebsart
    Hier wird unterschieden, ob der Marktplatzbetreiber als Händler auftritt und der Verkauf vornimmt (vgl. Amazon) oder ob der Betreiber reiner Vermittler ist (z. B. eBay Kleinanzeigen).

    • Vertikale Marktplätze konzentrieren sich nur auf eine Produktkategorie, wie zum Beispiel Kleidung und Accessoires.

    • Horizontale Marktplätze bieten viele verschiedene Produkte an, die aber alle eine gemeinsame Charakteristik haben.

    • Globale Marktplätze bieten die ganze Bandbreite, z. B. eBay und Amazon.

Warum solltest du auf Online-Marktplätzen verkaufen?

  1. Kunden schenken ihr Vertrauen eher Händlern, die auf etablierten Online-Marktplätzen verkaufen.

  2. Du hast schnell Zugriff auf eine große Zahl von potenziellen Kunden.

  3. Schnelle Markteinführung, optimierte Abläufe und Schutz vor dem Risiko unbezahlter Rechnungen, Betrug und Rechtsstreitigkeiten

  4. Niedrige Kosten und/oder die Möglichkeit, die Anschaffungskosten zu optimieren: Vorteile der Skalierbarkeit und Effizienz

  5. Eingebaute Tools und E-Commerce-Lösungen

  6. Du profitierst von der Vermarktungskraft des Marktplatzes: Sichtbarkeit in Suchmaschinen, Publikum, Reputation und Kosten für den Markenaufbau

  7. Die Möglichkeit, Lager- und Versanddienste zu nutzen, die von einigen Marktplätzen angeboten werden, z. B. FBA bei Amazon oder eBay Global Shipping Program

  8. Kundentreue: Marktplätze haben die Tendenz, dieselben Kunden immer wieder aufs Neue zu gewinnen, insbesondere bei Abo-Angeboten, wie bei Amazon Prime oder Allegro Smart.

  9. Du kannst für deine Produkte/deinen Shop werben, dein Publikum studieren und umfangreiche Einkaufsdaten nutzen, z. B. mit Amazon Advertising oder eBay Promoted Listings.

  10. Großartiges Testgelände mit geringem Risiko, wenn du neue Produkte anbieten willst.

  11. Vorteile einer Multichannel-Verkaufsstrategie: Wenn du deine Verkaufskanäle erweiterst, solltest du einen Plan B haben.

  12. Internationale Verkaufsmöglichkeiten: Du kannst deine Reichweite mit minimalem Aufwand auf andere Länder ausweiten.

Potenzielle Nachteile

  1. Gebühren: Je nach Marktplatz liegen die Kommissionen für verkaufte Produkte zwischen 5 % und 20 %.

  2. Richtlinien können einschränken: zum Beispiel bezüglich des Verkaufs von Markennamen, der Produktbeschreibungen, der Preisgestaltung oder der Fotoqualität.

  3. Wettbewerb und das Risiko von Preiskämpfen

  4. Das Risiko, gesperrt oder ausgeschlossen zu werden, etwa bei Unzufriedenheit der Kunden und/oder wenn auf deren Anliegen nicht rechtzeitig reagiert wird.

  5. Verzicht auf die Kontrolle über die Daten deinen Kunden, was es erschwert, Strategien für Wiederholungskäufe oder Abonnements zu entwickeln.

Online-Marktplätze im Vergleich

Amazon: Der Big Player

Mit rund 25 Millionen Besuchern und einem Jahresumsatz von über 10 Milliarden Euro in Deutschland ist Amazon ein absoluter Gigant im E-Commerce. Die Masse an Besuchern macht es dir denkbar einfach, deine Produkte hier einem zahlenden Publikum zu präsentieren. Bei Amazon kannst du Kunden gewinnen, die immer wieder bei dir einkaufen werden. Der Checkout ist einfach und die Auftragsabwicklung simpel, sowohl für Händler als auch für Kunden.

Amazons Nachteil sind die Markplatzgebühren. Diese unterscheiden sich von Kategorie zu Kategorie und fallen recht hoch aus. Darüber hinaus gibt es bei Amazon bestimmte Beschränkungen, was dein Branding angeht. Am schwerwiegendsten ist wohl, dass du keine Möglichkeit hast, an die persönlichen Kontaktdaten deiner Käufer zu kommen. So hast du keine Möglichkeit, mit ihnen in Kontakt zu bleiben und weitere Produkte zum Kauf anzubieten.

eBay: Der Auktionär

Auch auf diesem Online-Marktplatz erreichst du sehr viele potenzielle Kunden. eBay bietet dir ein intuitives und einfach zu bedienendes Interface. Die größte Stärke besteht aber darin, dass du problemlos Kunden auf der ganzen Welt bedienen kannst. So kannst du die internationalen Märkte austesten und auch Kunden aus anderen Ländern ansprechen, auch außerhalb von Europa und Nordamerika.

Die Nachteile von eBay sind die Gebühren. Diese sind abhängig von der Art des Produkts und der Verkaufsmethode. Einige Händler kritisieren auch die eBay-Richtlinien, die deutlich die Käuferseite bevorteilen.

Etsy: Der Kreative

Etsy ist bekannt für seine leidenschaftliche Community, die besonders an handgefertigten, handwerklichen und Vintage-Produkten interessiert ist. Die meisten Händler finden es recht unkompliziert, ihre Produkte über diesen Online-Marktplatz anzubieten.

Ein Nachteil von Etsy sind die Händlergebühren in Kombination mit den PayPal-Transaktionsgebühren. Der eigene Online-Shop ist nur begrenzt nach den eigenen Wünschen anpassbar. Außerdem herrscht ein starker Wettbewerb aufgrund der sehr speziellen Kategorien von Waren, die angeboten werden.

OTTO Market: Der Beständige

OTTO ist eine feste Größe im deutschen Online-Handel und darüber hinaus. Der Marktplatz verzeichnet rund 60 Millionen Besuche pro Monat in Deutschland und gilt damit als die größte heimische Alternative zu Amazon und eBay. OTTO Market genießt großes Vertrauen bei Online-Käufern und du kannst unter deinem eigenen Brandnamen verkaufen. Das Hamburger E-Commerce-Unternehmen ist der größte B2C-Online-Händler für Mode und Lifestyle in Europa und findet sich auch in anderen Bereichen im weltweiten Spitzenfeld in Bezug auf Online-Shopping. Vorteilhaft ist aber vor allem der Fokus auf den deutschsprachigen Markt, wenn dieser deinem Zielmarkt entspricht.

Es gelten einige verhältnismäßig strenge Kriterien, um als Verkäufer zugelassen zu werden.

  • Du hast die deutsche Unternehmensrechtsform und eine deutsche UID-Nummer (ausgeschlossen Kleinunternehmer gemäß § 19 UStG).

  • Du trittst als Verkäufer zu Endkunden auf.

  • Du bietest einen deutschsprachigen Kundenservice an.

  • Du versendest aus einem deutschen Warenlager.

  • Du verkaufst Produkte mit einem Mehrwertsteuersatz von 19 %.

Wie wähle ich den richtigen Online-Marktplatz?

Die Vielfalt an Online-Marktplätzen bedient die unterschiedlichen Ziele und Bedürfnisse von E-Commerce-Händlern. Die folgenden Kriterien sollen dir eine bessere Orientierung bieten.

  • Reichweite

    Es ist verlockend, bei den Onlineriesen Amazon und eBay zu starten. Allerdings sind die Plattformen mit der größten Reichweite nicht automatisch die beste Wahl. Die Konkurrenz ist groß und abhängig von deinen Produkten, könnten Plattformen mit einem fokussierten Angebot die bessere Wahl sein. 

  • Ausrichtung

    Kenne deine Zielgruppe. Einige Plattformen bieten nur ein bestimmtes Sortiment an oder richten sich an ganz bestimmte Personen, wie beispielsweise Etsy.

  • Wettbewerb

    Kannst du dich mit deinem Angebot von deinen Mitbewerbern abgrenzen oder besteht die Gefahr, im Wettbewerb unterzugehen?

  • Provision

    Online-Marktplätze sind Vermittler zwischen Käufern und Verkäufern. Für diese Leistung möchten sie entlohnt werden. Anhand des Umsatzes berechnen die Verkaufsplattformen Gebühren. Beziehe sie in deine Kalkulation mit ein.

  • Usability

    Online-Marktplätze sollten leicht zu bedienen sein, damit du dich auf deine Produkte konzentrieren kannst. Denke an die Kaufabwicklung ebenso wie an die Gestaltung deiner Produktseiten.

  • Verkaufsmodell

    Welche Angebotsart willst du nutzen? Inserat, Sofortkauf oder Auktion stehen dir zur Verfügung. Letztere spielt mit dem Druck, etwas zu verpassen, fear of missing out (kurz: FOMO). Das kannst du dir zunutze machen. Möglicherweise kannst du sogar die Exklusivität deiner Produkte damit erhöhen und Nutzer zum Kauf anregen.

  • Schnittstellen

    Falls du Online-Marktplätze als ergänzenden Vertriebsweg neben deinem eigenen Onlineshop nutzen willst, solltest du auf entsprechende Schnittstellen achten. Vor allem die Kompatibilität mit Warenwirtschaftssystemen und einer Versandsoftware wie SimpleSell kann den Aufwand für dich enorm reduzieren. 

Online-Marktplätze als Multiplikatoren für deinen Umsatz

Deine Kunden erwarten beim Online-Shopping Schnelligkeit, günstige Angebote und einen bequemen Zugriff von überall und auf jedem Gerät. Online-Marktplätzen erfüllen diese Kriterien und bieten durch die große Auswahl von Produkten und Informationen an einem Ort die Möglichkeit, einfach Preise zu vergleichen.

Auch in Zukunft werden wohl beträchtliche Umsätze über Online-Marktplätze generiert werden. Sie erzielen hervorragende Ergebnisse in den Suchmaschinen und ziehen große Zahlen an kaufwilligen Besuchern an.

Du solltest klug wählen. Nischenplattformen wie Etsy sind nur für Nischenprodukte interessant. Bei einem Anbieter wie Amazon kannst du so gut wie alles verkaufen, dafür liegen die Gebühren auch recht hoch. Oft ist es nicht sinnvoll, alle Produkte auf den Online-Marktplätzen zu vertreiben. Gibt es deine Produkte bereits auf Amazon oder eBay, musst du über den Preis konkurrieren. Vertreibst du einzigartige Produkte, dann sieht die Sache anders aus.

Wie immer liegt es an der Strategie. Mit guter Planung wirst du auf Online-Marktplätzen lohnende Umsätze machen und deinen Kundenstamm erweitern.

Der perfekte Begleiter für deinen Start auf den Online-Marktplätzen!

Nachdem du dich für einen Online-Marktplatz entschieden hast und die ersten Bestellungen darüber einlaufen, kann man schon mal schnell den Überblick verlieren: Über welches Shopsystem kam die Bestellung, welche Versandart wähle ich am besten, habe ich bereits ein passendes Versandetikett dafür erstellt? Doch damit ist jetzt Schluss! Dank unserer cleveren Versandsoftware SimpleSell hast du eine zentrale Bestellübersicht, über die die Bestellungen aus all deinen Shopsystemen gebündelt einlaufen. So verlierst du nie den Überblick! Doch das ist bei Weitem noch nicht alles! Mit uns automatisierst du den Druck deiner Versandetiketten. Das bedeutet, dass du Sendungsdetails nie wieder manuell übertragen musst und dank effizienten Massenlabeldruck mit nur einem Klick Hunderte von Labels sekundenschnell erstellen kannst. Außerdem sorgt unsere Lieferadressprüfung dafür, dass dir Fehler bei der Versandadresse direkt angezeigt werden, und unsere intelligenten Versandregeln unterstützen dich bei der Wahl der optimalen Versandart. Das Einzige, was du dafür tun musst, ist, deine Onlineshops und Paketdienste zu verbinden. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Dann probiere unsere clevere Versandlösung doch 14 Tage komplett kostenlos und unverbindlich aus!

Lisa Kammermayer
Über den Autor

Lisa Kammermayer

Als Marketing Managerin bei SimpleSell kümmert sich Lisa um alle Themen, die mit Content Marketing auf unserer Website, unseren Social Media Kanälen oder dem Newsletter zu tun haben. Dabei versorgt sie dich mit den aktuellsten Neuerungen unserer Versandsoftware und den neuesten Informationen rund um E-Commerce und Logistik.